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106 ist die Zahl des Tages

Schipkau, den 12. 12. 2019

Der Obmann der Jagdpächtergemeinschaft Klettwitz Dieter Gleinig hatte am vergangenen Sonntag das Jagdglück auf seiner Seite. Er erlegte bei der Treibjagd das 106. Wildschwein in der Gemeinde Schipkau und überbot damit den Rekord von 2017 mit 105 Abschüssen.

Bereits im Oktober hatte die Hauptjagdsaison begonnen. Mit einer Reihe von Treib-, Drück- und Gesellschaftsjagden wollen die Jäger, unter anderem, dem erhöhten Verursachen von Wild- und Unfallschäden Einhalt bieten. Die Jagdpächtergemeinschaft Klettwitz, der Landesforst, private Waldbesitzer und die LMBV haben auf ihren Flächen bereits beachtliche Abschüsse erzielt. Neben Rotwild und Rehen wurden ca 250 Wildschweine erlegt. Auch im Bereich der Ruhlander Straße in Schipkau und in Klettwitz/Meuro und Hörlitz sind die Wildschweine durch gezielte Maßnahmen aus der Wohnbebauung in Richtung bejagbarer Flächen getrieben worden. „Jedoch Autobahn, ein dichtes Straßennetz und die Bergbaufolgelandschaft erschweren die ungehinderte Jagdausübung“, so Bürgermeister Klaus Prietzel, der mit der Verdopplung der Abschussprämie, welche die Gemeinde den Jägern pro Wildschwein zahlt, bereits 2014 ein deutliches Zeichen gesetzt hat.

Die Eigentümer der bejagbaren Flächen haben sich in einer Jagdgenossenschaft zusammengeschlossen und bilden so einen gemeinschaftlichen Jagdbezirk. Dieser wiederum wird an interessierte Jäger verpachtet, die in der Jagdpächtergemeinschaft Klettwitz organisiert sind. Die Eigentümer überlassen also für ein gewisses Entgelt das Jagdrecht und verlangen im Gegenzug, dass Wildschäden auf ihren Äckern und Wiesen so gering wie möglich gehalten werden. Dieses Ziel soll durch die Regulierung des Wildbestandes erreicht werden. Dafür gibt es sogar einen Abschussplan. Soweit die Theorie…

Jäger betreiben die Jagd aber als ihr Hobby und haben zur Erlangung des Jagdscheines schon mal eine ordentlich vierstellige Summe investiert. Dazu kommen noch die Waffe, Munition, Versicherung, Ausrüstung und jede Menge Freizeit. Bei einigen Jägern noch ein Jagdhund mit einer teuren Ausbildung. Die erlegten Tiere müssen transportiert, in eine Kühlkammer, veterinäramtlich untersucht und einer Nutzung zugeführt werden. Davor steht aber noch die Jagd, das Ansitzen bei Dunkelheit und Kälte, öfters auch vergeblich. Jäger, die keine Pächter sind, haben einen sogenannten Begehungsschein und können so im Pachtgebiet Abschüsse entsprechend den Vorgaben tätigen. Sie müssen dann den Pächtern für die erlegten Tiere einen vereinbarten Preis pro Kilogramm zahlen.

Also Geld ohne Ende für ein Hobby, das in der Bevölkerung umstritten ist. Hier scheiden sich die Geister. Die einen finden es archaisch und überflüssig, die anderen fordern deutlich mehr Bejagung. Bei der Ausübung der Jagd werden die Jäger nicht selten beschimpft und von uneinsichtigen Spaziergängern behindert. Helfer und Treiber finden sich selten, um der Wildschweinplage Herr zu werden.

 

Foto: Gemeinde

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