Klettwitz: Barbara Fülle wurde als Pfarrerin im Lausitzer Seenland eingeführt (von Franziska Dorn und Martin Konzag)
KLETTWITZ: „Gott ist’s, der das Vermögen schafft, was Gutes zu vollbringen, […] So muss der Zug gesegnet sein, dass wir die Fülle haben“, sangen rund 100 Gottesdienstbesucher am vergangenen Sonntag in der Klettwitzer Kirche aus dem Choral „In Gottes Namen fang ich an“. Bei dem Wort „Fülle“ fing ein großer Teil der Gemeinde plötzlich an zu schmunzeln.
Ja, die „Fülle“ zu haben, ist ein Segen. Diese Fülle ist nun in der Gemeinde im Lausitzer Seenland angekommen – in der Person von Barbara Fülle. Sie ist die neue Pfarrerin, auf deren Kommen die Mitglieder schon lange gewartet haben, um die Lücke in der Reihe ihrer Pfarrpersonen zu schließen. Bei ihrem Einführungsgottesdienst wird Barbara Fülle herzlich empfangen und sogar besungen, wenn sozusagen auch mithilfe eines alten Chorals. Grüße und beste Wünsche überbrachten dazu auch Bürgermeister Thomas Nützsche (r.) und Ortsvorsteher Bernd Miersch.
Nach dem Abschied von Pfarrer Raschke im Mai 2023 stand das altehrwürdige Klettwitzer Pfarrhaus leer. Später folgte der Zusammenschluss u.a. der Klettwitzer Gemeinde mit weiteren Kirchengemeinden hin zur Gesamtkirchengemeinde im Lausitzer Seenland. Klettwitz blieb einer von drei Pfarrstellen, jedoch schlugen alle Ausschreibungen fehl. Der Zufall wollte es nun, dass die Dienstzeit von Pfarrerin Fülle in Berlin-Reinickendorf endete. Nach einem ersten Besuch in Klettwitz war für sie schnell klar: Diese Versetzung nimmt sie an.
Der dienstlichen Versetzung folgte nun der Einführungsgottesdienst in Klettwitz. „Ein guter Anfang“, fanden alle, die man zu diesem Gottesdienst befragt. „Eine festliche, aber auch lockere Atmosphäre“, hörte man Leute beim anschließenden Kaffeetrinken sagen. „So viel Fröhlichkeit und Wärme“, meinen andere. „Eine Predigt aus dem Hier und Jetzt“, sagt ein Besucher und freut sich über die unerwartet hohe Gästezahl aus allen Teilen der Gemeinde, die zudem eine große Lust am Singen mitgebracht hatten. Für die meisten war das gemeinsame Singen mit vielen ohnehin das Beste an diesem Gottesdienst. Angesteckt vom ökumenischen Chor Klettwitz und gut angeleitet von der Orgel stimmte die Gemeinde mit spürbarer Freude in Choräle wie „Lobe den Herren“ und „Ich sing dir mein Lied“ ein.
Barbara Fülle pflegt Freundschaften in Südkorea, die in ihrer früheren Mitgliedschaft in einer Ordensgemeinschaft wurzeln. Besonders intensiv ist ihre Verbindung zu Young Sook Ree von den Diakonia-Schwestern. Die freundliche Frau ließ es sich nicht nehmen, für die Einführung aus dem knapp 20.000 Kilometer entfernten Mkopo im Südwesten Südkoreas mit Zwischenstopp in den USA nach Klettwitz zu reisen. Das neue Leben im Klettwitzer Pfarrhaus beginnt also nicht nur mit den typischen Umzugsgeräuschen wie Hämmern und Bohren, sondern auch mit der Pflege internationaler Beziehungen.

