Als neuer Bürgermeister im Wort: Transparenz, Haltung und neue Chancen für Schipkau
Liebe Bürgerinnen und Bürger,
ein Thema, das derzeit viele bewegt, ist die geplante Entwicklung eines gemeinsamen Industrieareals mit der Stadt Schwarzheide sowie die Situation mit dem dort ansässigen Aero-Club Schwarzheide.
Als ich am 10. Juni dieses Jahres das Amt des Bürgermeisters angetreten habe, war mir klar, dass verantwortungsvolle Aufgaben und schwierige Themen auf mich warten. Ich habe Ihnen vor meiner Wahl versprochen, bestehende Verträge und festgefahrene Situationen unvoreingenommen zu prüfen, die Lage gründlich zu analysieren und Sachverhalte neu zu bewerten. Genau dieses Versprechen habe ich eingelöst.
Das Ergebnis meiner Prüfung
Nach meinem Amtsantritt habe ich mir die Unterlagen und Akten aus der Vergangenheit intensiv angesehen. Wie intensiv, in welchem Geist und mit welcher Tragfähigkeit die Verhandlungen vor meiner Amtszeit geführt wurden, lässt sich im Nachhinein für mich nicht mehr in allen Einzelheiten bewerten. Fakt ist jedoch: Die damaligen Versuche haben nicht zu einer Einigung geführt – mit dem Ergebnis eines Stillstands, der unsere Gemeinde wertvolle Zeit kostet.
Für mich gilt: Verträge und ein gegebenes Wort haben Gewicht. Eine ehrliche Neubewertung bedeutet aber auch, der Realität ins Auge zu schauen, rechtliche Gegebenheiten zu akzeptieren und klare Haltung im Sinne des Gesamtwohls unserer Gemeinde zu zeigen.
Rechtliche Transparenz: Antrag des Aero-Clubs
Zu einer transparenten Amtsführung gehört für mich auch der offene Umgang mit aktuellen Vorgängen: Der Aero-Club hatte bei der Gemeinde eine Unterstützung beantragt, um das Areal vorerst weiter für Starts und Landungen nutzen zu können – zumindest für die Übergangszeit, bis das B-Plan-Verfahren (die offizielle rechtliche Bauplanung für das neue Gewerbegebiet) abgeschlossen ist.
Menschlich hätte ich diesem Wunsch für die Zwischenzeit sehr gerne entsprochen, um dem Verein entgegenzukommen. Doch Haltung bedeutet auch, rechtliche Grenzen zu respektieren, selbst wenn es schwerfällt: Da sich die betroffenen Rechtsgebiete gegenseitig ausschließen, war eine Zustimmung rechtlich nicht möglich. Prüfen heißt, ehrlich zu kommunizieren, wo Spielräume enden.
Verantwortung für die Zukunft unserer Region
Warum halten wir dennoch entschlossen an der Entwicklung des Areals fest? Weil unsere Region an einem entscheidenden Punkt steht. Ringsum erleben wir wirtschaftliche Herausforderungen. Wenn wir als Gemeinde Schipkau zukunftsfähig bleiben wollen, müssen wir heute Räume für Industrie und Gewerbe schaffen. Es geht hier um neue, lukrative Arbeitsplätze, Steuereinnahmen und die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit unserer Heimat. Wir können es uns nicht leisten, Entwicklungschancen ungenutzt verstreichen zu lassen.
Mein Signal an den Verein und an Sie
Stillstand bringt unsere Region nicht weiter. Mein Anliegen als Ihr Bürgermeister ist es nicht, Gräben zu vertiefen, sondern Verantwortung für unsere Zukunft zu übernehmen. Ich stehe zu meinem Wort: prüfen, sachlich bewerten und mit klarer Haltung zum Wohl aller Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Schipkau handeln.
Ihr
Thomas Nützsche
Bürgermeister der Gemeinde Schipkau