Freie Fahrt: Die Senftenberger Straße in Klettwitz ist wieder frei befahrbar

Schipkau, den 21.​11.​2025

KLETTWITZ: Nach rund sechs Monaten Bauzeit kann seit Wochenmitte wieder der Straßenverkehr zwischen der Ortslage und der Autobahn fließen. Grund dafür ist der Abschluss der Tiefbaumaßnahmen und der Druck- und Hygieneprüfungen des Wasserverbandes Lausitz. In den vergangenen Monaten waren hier Mitarbeiter des Unternehmens ST Tettau aus dem Ort Schraden (Elbe-Elster) damit befasst, den wohl wichtigsten Abschnitt der zukünftigen Schmutzwasserkanalisation für Klettwitz zu errichten. Der Wasserverband investierte hier nach eigenen Angaben rund 930.000 Euro in die über 1000 Meter lange Rohrverbindung, die auch die Autobahn und das Flüsschen Pößnitz unterquert. Zum Vorhaben zählte zudem die Erneuerung einer Haupttrinkwasserleitung. Neben der Schmutzwasserdruckleitung, die später einmal das Klettwitzer Schmutzwasser abführen wird, entstanden mehrere Hausanschlüsse für die dort angrenzenden Wohngrundstücke.

 

Gleich vier Leitungen wurden dabei bis in Tiefen von über drei Metern verlegt. Zukünftig fließt hier das Schmutzwasser der angrenzenden Haushalte im freien Gefälle von Ost nach West in Richtung Ortslage und gelangt hier in einen großen Schacht. Von dort aus wird das Schmutzwasser gesammelt und per Druckleitung in entgegengesetzte Richtung zum Hauptpumpwerk am DEKRA-Lausitzring – und von dort weiter bis zur Kläranlage der BASF Schwarzheide gepumpt. 

 

Im gleichen Zuge erneuerte der Wasserverband auch eine Haupttrinkwasserleitung und verlegte neue Nachrichtenkabel. Die betagte Leitung aus den Anfangszeiten der zentralen Wasserversorgung um 1925 konnte damit nun gegen eine neue leistungsfähige Leitung ausgetauscht werden, mit der Trinkwasser bis nach Sallgast geliefert wird. Schon zuvor wurde dazu auch die Trinkwasserleitung von Klettwitz nach Annahütte vom Wasserverband erneuert, die Baukosten betrugen hier rund 260.000 Euro. 

 

„Seitens der Gemeinde sind wir dem Verband und damit auch allen unseren Nachbarkommunen für die starke und solidarische Investitionsentscheidung hier für Klettwitz sehr dankbar“, so Bürgermeister Klaus Prietzel. „Der Anschluss der Ortslage Klettwitz war nur durch ausnahmsweise Änderung des Schmutzwasserbeseitigungskonzeptes möglich, wird sich aber schon bald für den Ort auszahlen.“ Der Bürgermeister verweist dabei auf die bessere, zukunftsgewandte technische Infrastruktur im Ort und die unabänderlich steigenden Gebühren bei der mobilen Abfuhr per LKW, die den Netzkunden damit erspart bleiben. „Die Entscheidung für die Kanalisation fiel sicher spät“, so der Bürgermeister, „aber dass uns das steigende Grundwasser in den dezentralen Kleinkläranlagen so rasch Probleme bereitet, war so auch nicht absehbar.“

 

Der Wasserverband verweist selber zudem auf ständig steigende Anforderungen an die Schmutzwasserreinigung, die eher oder später auch Betreiber von Kleinkläranlagen erreiche werden. „Mit der bevorstehenden Durchsetzung der 4. Reinigungsstufe müssen wir uns auch um Spurenelemente z.B. aus Arzneimitteln kümmern“, so Verbandsvorsteher Christoph Maschek kürzlich in der Verbandsversammlung, „und dies bringt erhebliche neue Anforderungen an Technik und Betrieb mit sich.“

 

Angesichts der nun wieder frei befahrbaren Straße richtete der Bürgermeister ein großes Dankeschön an alle Anlieger und Einwohner, die Sperrungen und Umleitungen hinnehmen mussten. „Auch Meuro musste auf der Umleitungsstrecke viel zusätzlichen Straßenverkehr verkraften“, so Prietzel mit Blick auf zahlreiche Kraftfahrer u.a. aus dem Elbe-Elster-Kreis, die in Richtung Senftenberg oder A 13 unterwegs sind. Gedankt wurde zudem den Kollegen der beteiligten Baufirmen, welche die teils komplizierte Baustelle vorzeitig vor dem Wintereinbruch abschlossen.

 

Nach dem Bau ist – vor dem Bau, denn absehbar soll im kommenden Jahr der nächste Bauabschnitt der Schmutzwasserkanalisation folgen. Die detaillierten Vorbereitungen sind dazu u.a. für die Senftenberger -, Kostebrauer – und Schulstraße im Gange. 

 

Die Senftenberger Straße in Klettwitz trägt ihren Namen übrigens nicht umsonst, denn sie führt seit Jahrhunderten nahezu geradlinig von Klettwitz bis zum Senftenberger Schloss. In Hörlitz und Senftenberg taucht ihre Verlängerung als Klettwitzer Straße wieder auf. Im Zuge des preußischen Chausseenbaus nach 1815 ausgebaut, wurde sie in den 1930er Jahren Teil der Reichsstraße 96, die auch noch zu DDR-Zeiten als F 96 von Zittau nach Saßnitz führte. In den 1960er Jahren kam es wegen des Aufschlusses des Tagebaus Meuro zur Verlegung der B 96 hin zu ihrem heutigen Verlauf über Großräschen. Die Senftenberger Straße ist nun  keine Bundesstraße mehr, sondern eine Landesstraße.